GERD

Prinzip der Behandlung von Reflux, Zwerchfellbruch und Barrett-Ösophagus: Wiederherstellen der Lebensqualität.

GERD , die
gastroöosphageale Refluxkrankheit mit Sodbrennen, saurem Aufstossen, Halsschmerzen, Heiserkeit, Husten und Asthma , betrifft 20% bis 30% der Bevölkerung. Die Beschwerden beeinträchtigen die Lebensqualität und die Produktivität der Betroffenen.
Weiters führt GERD zur Entzündung der Speiseröhre, welche in bis zu 30% der Fälle eine Krebsvorstufe enthalten kann (Barrett-Ösophagus).
Dabei handelt es sich um eine durch den Reflux hervorgerufene Gewebeveränderung, die ein 0.5% bis 0.7% iges jährliches Krebsrisiko besitzt.
Ursache von GERD: durch das Essverhalten (zu viel, zu oft, zu süss) kommt es zu einer Schädigung des Anti Reflux Mechanismus im Ausgang der Speiseröhre.
Folge: das Antireflux Ventil wird undicht und es kommt zu Reflux von Mageninhalt (Säure, Galle, Speisereste) in die Speiseröhre.
Am Beginn führt GERD zu Magenschmerzen, Druck in der Magengegend. Später wird Reflux als Sodbrennen, saures Aufstossen, Husten, Heiserkeit und Asthma wahrgenommen. In schweren Fällen treten die Beschwerden auch nachts auf und es kommt zu Schlafstörung mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

Diagnostik

Nach einem ausführlichen Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt erfolgen die

Endoskopie (Spiegelung der Speiseröhre) sowie die Druck- und Refluxmessung der Speiseröhre. Bei der Spiegelung, die wir in Kurzschlaf (Sedoanalgesie) durchführen, werden nach
einem speziellen Protokoll Gewebeproben aus dem 12 Finger Darm, dem Magen und der Speiseröhre entnommen. Die feingewebliche Untersuchung der Gewebeproben zeigt, ob Reflux und/oder ein Krebsrisiko bestehen (i.e. Barrett-Ösophagus).
Bei der ebenfalls ambulant durchgeführten Druckmessung wird das Ausmaß der Schädigung des Anti Reflux Ventils objektiviert. Das 24 Stunden Refluxmonitoring zeigt, ob eine abnorm hohe Anzahl von Refluxen besteht und ob Reflux die Beschwerden verursacht. Die Daten aus Endoskopie , Druck- und Refluxmessung dienen, die Therapie genau zu planen.

Behandlung

Prinzip der Therapie: Wiederherstellen der Lebensqualität durch Beseitigung der Beschwerden und eines etwaigen Krebsrisikos (Barrett-Ösophagus).

Zuerst erfolgt eine Therapie mit einem Magensäureblocker (Protonenpumpenhemmer; PPI; 2 x 40 mg p.o.) und eine Life Style Modifikation (weniger Süsses; Getränke mit Kohlensäure, Alkohol und Nikotin meiden). Wird die Lebensqualität durch diese Massnahmen nicht ausreichend gebessert, informieren wir über die Möglichkeiten der chirurgischen Behandlung von GERD.

Die

Anti-Reflux Ops werden in Allgemeinnarkose laparoskopisch (durch Bauchspiegelung) durchgeführt (1-2 Tage Spitalsaufenthalt). Bei der
Fundoplikatio wird ein Teil des Magens = der Fundus, um den Ausgang der Speiseröhre gewickelt und damit das Anti Reflux Ventil repariert Ein neues Verfahren ist der
magnetische Ring (LINX System, TORAX). Dabei wird ein aus magnetisierten Perlen bestehender Ring um den Ausgang der Speiseröhre gelegt und damit das Antireflux Ventil abgedichtet. Nach beiden Eingriffen verschwinden Sodbrennen und saures Aufstossen.
Vorübergehend kann es zu Schluckstörungen kommen, die sich nach 2-3 Wochen aber wieder legen.
Die Fundoplikatio kommt im fortgeschrittenen Stadium der Refluxkrankheit (GERD) mit grossen Zwerchfellbruch (> 3.0 cm) zur Anwendung. Der magnetische Ring (LINX) wird im Frühstadium mit kleinem Zwerchfellbruch und Sodbrennen durchgeführt.
Bei Barrett-Ösophagus bieten wir die Radiofrequenzablation (RFA, HALO®, GI Covidien, USA) an. Dabei wird die Barrett-Schleimhaut mittels Radiofrequenzenergie, die über einen speziellen Katheter an die Schleimhaut abgegeben wird, verschorft und damit das Krebsrisiko gebannt (entspricht der Polypen-Entfernung im Darm).
In 70% der Fälle ist die Barrett-Schleimhaut nach einer Behandlung erfolgreich entfernt, in 30% sind 2-3 Behandlungen notwendig. Ist Barrett-Ösophagus einmal entfernt, dann hält die Wirkung in 92% der Fälle über 5 Jahre.
Gerne informieren wir Sie über Abklärung und Behandlung von Reflux , Zwerchfellbruch und Barrett-Ösophagus.

Literatur

  1. Kamolz T, Velanovich V. The impact of disease and treatment on health-related quality of life in patients suffering from GERD. In: Gastroesophageal Reflux disease, principles of , diagnosis and treatment. Granderath, Kamolz, Pointner Editors. Springer Wien, New York 2006: 287-298
  2. Lenglinger J, Eisler M, Wrba F et al. Update: histopathology-based definition of gastroesophageal Reflux disease and Barrett‘s esophagus. Eur Surg 2008; 40/4: 165-75.
  3. Lenglinger J, Izay B, Eisler M et al. Barrett‘s esophagus: size of the problem and diagnostic value of a novel histopathology classification. Eur Surg 2009; 41/1: 26-39.
  4. Lenglinger J, Ringhofer C, Eisler M, Sedivy R, Wrba F, Zacherl J, Cosentini EP, Prager G, Heafner M, Riegler M. Histopathology of columnar lined esophagus in patients with gastroesophageal Reflux disease. Wien Klin Wochenschr 2007;119 (13=14):405–11.

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