Reflux Medical News

Neues aus dem Therapiezentrum

Aktuell: Wann Radiofrequenz-Ablation bei Barrett Ösophagus?

21.02.2014 von Reflux Medical

20%-30% der westlichen Bevölkerung leiden unter gastroösophagealer Reflux Krankheit. Moderner Lebensstil und Essverhalten (zu viel, oft, süss; Nikotin, Alkohol) schwächen das Anti Reflux Ventil im Ausgang der Speiseröhre. Rückfluss von Mageninhalt (Säure, Galle) in Speiseröhre, Hals, Rachen und Lunge ist die Folge. Dadurch kommt es zu den Beschwerden: Sodbrennen , Säurerückfluss, Husten, Heiserkeit und Asthma.

Ausserdem führt der Reflux zu Gewebeveränderungen in der Speiseröhre, die eine Krebsentstehung begünstigen: dieses Gewebe nennt man Barrett Ösophagus .
Barrett Ösophagus hat ein erhöhtes Krebsrisiko (0.5% -0.7% pro Jahr). Das Stadium der Gewebeveränderung und wichtige Biomarker erlauben es, das individuelle Krebsrisiko zu bestimmen.
Das Krebsrisiko bei Barrett Ösophagus wird einmal im Rahmen einer sanften Gastroskopie (Spiegelung von Speiseröhre und Magen) bestimmt. Bei der Untersuchung werden Gewebeproben aus der Speiseröhre entnommen und vom Pathologen unter dem Mikroskop auf Krebsvorstufen ( Barrett Ösophagus ) untersucht. Der Befund des Pathologen informiert über den Grad der Gewebeveränderung bei Barrett Ösophagus (leicht vs. schwere Veränderung).
Hinzu kommen noch wichtige Biomarker, die ein erhöhtes Risiko für eine Krebsentartung anzeigen:
Dauer der Reflux Beschwerden (> 5 Jahre),
Krebserkrankungen in der Familie (Dickdarm, Magen, Speiseröhre, Leber, Schilddrüse, Brust),
Endoskopie Befund ( Zwerchfellbruch , Entzündung der Speiseröhre, Länge der Barrett Schleimhaut ).
Bei erhöhtem Krebsrisiko empfehlen wir die Radiofrequenz Ablation (RFA; HALO®, Covidien, USA) zur Entfernung der Barrett Schleimhaut , um damit auch das Krebsrisiko zu bannen. Die Behandlung dauert 20-30 min und wird in Narkose durchgeführt. Nach dem Eingriff geht man nach Hause. Im Rahmen der Therapie wird die Radiofrequenz Energie über eine Ballon-Katheter Elektrode (HALO® 360), eine auf die Spitze des Endoskops aufgebrachte Plättchen Elektrode (HALO 60, 90®) oder eine durch den Arbetiskanal des Endoskops eingebrachte Plättchen-Elektrode (Barrx™ Channel RFA Endoscopic Catheter; TTS-1100) an die Schleimhaut abgegeben und damit die Barrett Schleimhaut „verbrannt“. 3-4 Monate nach der RFA wird der Erfolg der Behandlung mittels Endoskopie überprüft. Nach der RFA erfolgt eine Dauertherapie mit einem Magensäureblocker (PPI, 2x 40 mg p.o.), um den Rückfluss weniger sauer zu machen. Oder man überlegt eine Reflux Operation (Nissen, Toupet Fundoplikatio ), um den Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre zu bannen.
In 70% der Fälle ist die erste Behandlung erfolgreich, nach 2-3 Behandlungen ist in 90%-95% der Fälle kein Barrett Ösophagus mehr nachweisbar und damit das Krebsrisiko gebannt. Einmal erfolgreich entfernt, bleibt das so in über 90% der Fälle nach 5-6 Jahren. Komplikationen traten in 0.2% der Fälle auf. Das entspricht dem Risiko als Fussgänger im Strassenverkehr von einem Auto angefahren zu werden.
Damit ist die RFA eine sichere Methode zur dauerhaften Entfernung von Barrett Ösophagus und Krebsprävention. Vor der Behandlung sollte gesichert sein, ob man für die RFA in Frage kommt. Das hängt ab:
vom Stadium/Grad des Barrett Ösophagus
dem individuellen Krebsrisiko
etwaigen Gegenanzeigen (Herz Kreislauf Nerven Stoffwechsel-Erkrankungen; Störungen der Blutgerinnung; Schwangerschaft).
Gerne informieren wir Sie über Reflux , Barrett Ösophagus und Krebsprävention.
Literatur:
Lenglinger J, Fischer See S, Beller L, et al. Review on novel concepts of columnar lined esophagus. Wien Klin Wochenschr 2013; 125 (19-20): 577-90

Reflux

Abbildung 1: Endoskopisches Bild von den lachsfarbenen Zungen der Reflux Schleimhaut im Ausgang der Speiseröhre. In der Gewebeuntersuchung fand sich Barrett Ösophagus ohne schwere Gewebeveränderungen. Patient mit Sodbrennen und Hustenreiz (Bild mittels Storz Endoskopie , Deutschland).

Reflux

Abbildung 2: Endoskopisches Bild von den lachsfarbenen Zungen der Reflux Schleimhaut im Ausgang der Speiseröhre. In der Gewebeuntersuchung fand sich Barrett Ösophagus ohne schwere Gewebeveränderungen. In der 3 Uhr Position sieht man einen Streifen entzündeter Schleimhaut (Bild mittels Storz Endoskopie , Deutschland).

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