Reflux Medical News

Neues aus dem Therapiezentrum

EndoStim®

08.04.2014 von Reflux Medical

Neue chirurgische Methode gegen Reflux & Sodbrennen

EndoStim®

Reflux mit Sodbrennen betrifft 30% der Bevölkerung. Ursache: Essverhalten und Lebensstil schwächen das Anti Reflux Ventil im Ausgang der Speiseröhre. Reflux mit Sodbrennen , Husten, Halsschmerzen und Asthma sind die Folge. In über 50% der Fälle lässt die anfänglich sehr gute Wirkung einer medikamentösen Behandlung mit einem Magensäure Blocker nach 6-12 Monaten nach. Grund ist, dass sich das Medikament verändert nur den Säurewert vom Reflux , nicht aber den Reflux per se, dieser bleibt bestehen und macht die Beschwerden.

Herkömmliche Reflux Operationen

Die chirurgische Therapie vermag jede Art von Reflux zu eliminieren. Im Rahmen eines 30-60 min. laparoskopischen Eingriffs (Knopfloch-Chirurgie) in Vollnarkose wird der Ausgang der Speiseröhre mittels eines Teils des Magens ( Fundoplikatio ) oder eines Magnetbandes (LINX® System) umwickelt und so das geschwächte Anti Reflux Ventil repariert. Damit sind in 80%-90% der Fälle auch nach 5-10 Jahren Reflux und Sodbrennen ohne Medikamente gebannt.

Neue Reflux Operation: EndoStim®

In der letzten Ausgabe der chirurgischen Fachzeitschrift European Surgery berichtet der Kölner Chirurg Prof. Dr. Ernst Eypasch über die weltweit ersten Studienergebnisse mit einer neuen Anti Reflux Operation: EndoStim® (Holland).

Prinzip von EndoStim®

Stärkung des Anti Reflux Ventils durch elektrische Stimulation

Im Rahmen eines 60 min. laparoskopischen Eingriffs werden 2 Nadel-Elektroden in die Muskulatur im Ausgang der Speiseröhre eingelegt und diese an einen unter die Haut im linken Ober- oder Unterbauch eingebrachten Generator mit Kabeln angeschlossen. 6-12 Stunden nach der OP beginnt der Generator in der Größe einer Zündholzschachtel über die 2 Elektroden das geschwächte Anti Reflux Ventil elektrisch zu stimulieren und damit zu stärken. Pro Tag werden 8-12 Behandlungen zu je 30 min. durchgeführt. Davon merken die Operierten aber nichts. Die Stimulationen werden maßgeschneidert entsprechend der Wirkung angepasst.

Erste Ergebnisse mit EndoStim

Wie Eypasch berichtet, zeigen die ersten Ergebnisse an 60 Patienten nach 6-24 Monaten, dass EndoStim® mit den anderen chirurgischen Methoden ( Fundoplikatio , LINX®) vergleichbar ist. Vorteil: viel weniger Schluckstörung ; nach der OP können die Patienten sofort normal essen und trinken. Magensäure Blocker werden zum Schutz noch 2-3 Wochen nach der OP verordnet. Geeignet erscheint EndoStim® im Frühstadium von Reflux ohne Krebsvorstufe Barrett Ösophagus (Barrett Syndrom). Unter Barrett Ösophagus versteht man eine durch Reflux verursachte Schleimhaut mit einem erhöhten Krebsrisiko (0.5% -0.7% pro Jahr).
Da es sich um eine ganz neue Methode zur Reflux Behandlung handelt, ist die Anwendung vorerst nur im Rahmen von klinischen Studien in dafür spezialisierten Zentren zu empfehlen. In Österreich ist man derzeit bemüht, die Vorraussetzungen zur Einführung von EndoStim® im Rahmen einer klinischen Studie zu schaffen.

Gerne informieren wir Sie über Ihren Reflux und ob EndoStim® für Sie in Frage käme.

Literatur

Eypasch E. Electrical stimulation of the lower oesophageal sphincter - an emerging therapy for treatment of GORD. European Surgery 2014, ahead of print.

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