Reflux Medical News

Neues aus dem Therapiezentrum

Erstes EU- und Österreichweites Übereinkommen zur Behandlung von Barrett Ösophagus

21.10.2015 von Reflux Medical

Barrett Ösophagus , eine krankhafte Veränderung der Speiseröhren- Schleimhaut , betrifft fast jeden dritten Menschen mit Reflux -Beschwerden ( Sodbrennen , Aufstoßen, Husten, Heiserkeit, Zahnschmerzen und Asthma). Ursache: Ungesunde Lebensweise schwächt das Anti Reflux Ventil im Ausgang der Speiseröhre. Als Folge tritt Reflux auf, der die Schleimhaut der Speiseröhre verändert: Aus der normalen Schleimhaut entsteht die Barrett - Schleimhaut . Diese stellt ein jährliches Krebsrisiko von 0,5% dar, weil aus dem Barrett Ösophagus eine schwere Gewebeveränderung ( Dysplasie ) und ein Karzinom der Speiseröhre entstehen kann. Die abgesicherte Diagnose erfolgt mittels Gastroskopie (Spiegelung) und Untersuchung von Gewebeproben unter dem Mikroskop.

Eine neue, endoskopische Methode zur Entfernung dieser Krebsvorstufe bietet die Radiofrequenz Ablation (RFA). Die Behandlung erfolgt in Kurznarkose im Rahmen einer Speiseröhren-Spiegelung und dauert ca. 10-15 Minuten. Polypen oder kleine Tumore werden mittels endoskopischer Schleimhaut Resektion entfernt. Die Erfolgsrate liegt nach 1-3 RFA Behandlungen bei 80%-90%, womit das Krebsrisiko gebannt ist. Entsprechend dem Befund der Gewebeveränderung vor der RFA sind endoskopische Nachkontrollen alle 3-12 Monate angezeigt.

In der letzten Ausgabe der chirurgischen Fachzeitschrift European Surgery ist nun der erste EU- und Österreichweite Konsensus zur Therapie von Barrett Ösophagus publiziert worden. Ein interdisziplinäre Gruppe von Österreichischen Experten aus Gastroenterologie, Chirurgie und Pathologie kam zu folgenden Empfehlungen:

  1. Die Diagnose Barrett Ösophagus erfolgt mittels Gastroskopie und Gewebe Proben Analyse entsprechend der Chandrasoma Klassifikation.
  2. Radiofrequenzablation (RFA) und endoskopische Schleimhaut Resektion werden empfohlen bei Patienten mit einem Risiko-Gewebe entsprechend der Chandrasoma Klassifikation: Das sind niedrig- und hoch-gradige Dysplasie und Frühkarzinome.
  3. Bei Personen mit Barrett ohne Dysplasie empfiehlt sich die RFA bei erhöhtem Risiko Profil (langjähriger Reflux , Zwerchfellbruch , Krebs in der Familie, Entzündung der Speiseröhre). Bei dieser Patientengruppe soll die RFA nur im Rahmen von klinischen Studien durchgeführt werden.
  4. Diagnose und Behandlung von Barrett Ösophagus sollte in dafür spezialisierten Zentren durchgeführt werden.
  5. Bei Barrett Ösophagus mit starker Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Reflux Beschwerden, kann vor der Radiofrequenz-Ablation (RFA) eine Anti Reflux OP durchgeführt werden. Sonst erfolgt eine Dauer Therapie mit einem Protonen Pumpen Hemmer (PPI) unter ärztlicher Kontrolle.
  6. Bei folgenden Gegenanzeigen darf keine RFA durchgeführt werden: z.B. Herz Kreislauf-, Lungen-, Nerven-, Bluterkrankungen; Schwangerschaft; Engstellen in der Speiseröhre, Varizen in der Speiseröhre.

Quelle

I. Kristo, S.F. Schoppmann et al. Austrian expert panel recommendation for radiofrequency ablation of Barrett’s esophagus. European Suergery 2015, ahead of print. http://link.springer.com/article/10.1007/s10353-015-0362-4.

Literaturhinweis für Interessierte

M. Riegler, K. Hönig-Robier: „Nie wieder Sodbrennen Reflux verstehen und in den Griff bekommen“, 2., erweiterte Auflage, Sept. 2015 (Maudrich Verlag).

Fazit

Wichtig ist die exakte Diagnose, um Krebsrisiko und Therapie-Optionen bei Barrett Ösophagus optimal einschätzen zu können. Gerne informieren wir Sie über Reflux und Barrett Ösophagus .

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