Reflux Medical News

Neues aus dem Therapiezentrum

Krebsprävention bei Barrett Ösophagus: Anti Reflux OP oder medikamentöse Therapie?

30.10.2015 von Reflux Medical

Neben den Beschwerden ( Sodbrennen , Husten, Heiserkeit, Asthma) kann im Rahmen der gastroösophagealen Reflux Krankheit (GERD, Reflux ) auch ein Barrett Ösophagus entstehen. Darunter versteht man eine Krebsvorstufe, aus der sich über niedrig- und hochgradige Dysplasie , also Fehlbildungen der Speiseröhrenschleimhaut, ein Karzinom der Speiseröhre entwickeln kann. (0.5% jährliches Krebsrisiko) (1,2).
Unklar ist, welche Therapie - Anti Reflux OP oder medikamentöse Behandlung - die Krebsentstehung besser verhindern kann. Während die chirurgische Therapie durch Anlage eines neuen Anti Reflux Ventils im Ausgang der Speiseröhre den Reflux auf ein normales Maß reduziert, ändert die medikamentöse Behandlung nur den Säurewert (=weniger Säure) dessen, was zurück fließt, nicht aber die Anzahl der Reflux Episoden = Reflux -Last. Diese bleibt unter Medikamenteneinnahme gleich.

Eine rezente Untersuchung (Metaanalyse) fasste die Ergebnisse von 10 publizierten Studien zusammen, welche die Wirkung der medikamentösen Therapie mit jener der Anti Reflux Chirurgie bezüglich Krebsentstehung bei Barrett Ösophagus vergleichen. (1).

Fasst man alle GERD Patienten/Innen zusammen (jene mit und ohne Barrett Ösophagus ), ergab sich kein signifikanter Unterschied. Beide Methoden stellten sich als gleich gut heraus. Bei jenen mit der Krebsvorstufe Barrett Ösophagus fand sich allerdings im Hinblick auf die Krebsentstehung ein Vorteil der Anti Reflux OP gegenüber der medikamentösen Behandlung. Letztere barg im Vergleich zur Anti Reflux -OP ein 1.54-fach erhöhtes Krebsrisiko. Schließt man nur die nach dem Jahr 2000 publizierten Studien ein, ist das Vergleichsrisiko einer medikamentösen Therapie 1.76-fach (1).

Diese Daten zeigen, dass weder Anti Reflux OP noch medikamentöse Therapie die Krebsentstehung verhindern können. Allerdings scheint die Anti Reflux Operation der medikamentösen Behandlung bei Reflux Patienten mit Barrett Ösophagus überlegen zu sein. Die Daten rechtfertigen eine Analyse der Fragestellung in einer groß angelegten prospektiven Studie bei Personen mit Barrett Ösophagus .

Kommentar

Weiterhin gilt: Indikation für eine Anti Reflux OP ist die Elimination von Beschwerden, nicht aber die Krebsprävention (2). Unerlässlich ist die adäquate Diagnose vor der Entscheidung für Anti Reflux OP: Gastroskopie sowie Druck und Reflux Messung. Ebenso wichtig ist, dass sich der Reflux als Ursache der Beschwerden zweifelsfrei nachweisen lässt. Sollte sich die Krebsvorstufe, also der Barrett Ösophagus , hartnäckig halten und sich nach der OP nicht zurückbilden, besteht die Möglichkeit, diese per Radiofrequenz Ablation (RFA) (2) zu entfernen. Bei der Radiofrequenzablation handelt es sich um eine neue endoskopische Methode zur:

Nach ein bis drei Behandlungen ist bei 80%-90% der Betroffenen dauerhaft Barrett Gewebe entfernt. Die RFA kann prinzipiell vor, während oder nach einer Anti Reflux OP durchgeführt werden.
Wichtig ist auch, dass Diagnose und Therapie in dafür spezialisierten Zentren mit entsprechender Expertise durchgeführt werden, um die in der Literatur publizierten exzellenten Ergebnisse zu realisieren (3).

Gerne informieren wir Sie über Diagnose und Therapie von Reflux und Barrett Ösophagus .

Literatur

  1. Maret-Ouda J, Konings P, Lagergren J, Brusselaers N. Antireflux surgery and risk of esophageal adenocarcinoma: a systematic review and Meta-analysis. Ann Surg 2015 Oct, ahead of print.
  2. Kristo I, S.F. Schoppmann et al. Austrian expert panel recommendation for radiofrequency ablation of Barrett’s esophagus. European Suergery 2015, ahead of print. http://link.springer.com/article/10.1007/s10353-015-0362-4.
  3. Riegler M. Hönig - Robier K. Nie wieder Sodbrennen . 2. Auflage. Maudrich Verlag. 2015.

Zurück

Full Website