Reflux Medical News

Neues aus dem Therapiezentrum

Speiseröhrenkrebs-Prävention

23.06.2014 von Reflux Medical

Radiofrequenz Ablation (RFA) vs. endoskopische Nachsorge bei Barrett Ösophagus (Barrett Syndrom) mit niedrig gradiger Dysplasie (LGD).

Barrett Ösophagus (Barrett Syndrom) entsteht durch gastroösophageale Reflux Krankheit (engl. gastroesophageal Reflux disease; GERD) und besitzt ein erhöhtes jährliches Krebsrisiko (0.5%-0.7%) (1,2). Über leichte und schwere Gewebeveränderung, i.e. niedrig und hochgradige Dysplasie (engl. low and high grade dysplasia; LGD, HGD) kann es zur Entstehung des Karzinoms der Speiseröhre kommen (1,2).

Radiofrequenz Ablation (RFA)

Die Radiofrequenz Ablation (RFA, GI Solutions, Covidien, USA) ist eine neue endoskopische Behandlungsmethode zur dauerhaften Entfernung von Barrett Ösophagus (1,3,4).

Die Studie

Eine rezente Multi Center Studie, organisiert von der Gruppe um den bekannten endoskopischen Chirurgen Jaques Bergman, Amsterdam, verglich die Wirkung von RFA vs. Überwachung bei Barrett Ösophagus mit LGD, also der niedrig gradigen Dysplasie (1:1, 68 Patienten pro Gruppe) (3). Die Patienten der RFA Gruppe erhielten im Mittel 4 RFA Behandlungen. Die Nachuntersuchung erfolgte bis 2 Jahre nach Ende der RFA Therapie (3).

Resultate der Studie

RFA senkte das Risiko zur Entstehung einer hochgradigen Dysplasie bzw. eines Karzinoms um 25% (3). Somit kam es nur bei 1,5% der Fälle in der RFA Gruppe vs. 26.5% der Fälle in der Nachsorge (= Gruppe) zu einem Fortschreiten der Erkrankung (3). In 19.1% kam es zu leichten RFA Nebenwirkungen (Fieber, Schmerzen, Engstelle in der Speiseröhre), die alle endoskopisch und medikamentös behandelt werden konnten (3).

Frühere Studie

Eine frühere Studie zeigte die Überlegenheit der RFA vs. endoskopische Nachsorge für die hochgradige Dysplasie (4). Die jetzige Studie bestätigt dies nun auch für die niedrig gradige Dysplasie (3). Wichtig ist zu erkennen, dass diese ausgezeichneten Ergebnisse in hoch spezialisierten Zentren erzielt worden sind (3,4).

Zusammenfassung

Somit ist die RFA als Therapie bei Barrett Ösophagus mit niedrig und hochgradiger Dysplasie zu empfehlen (3,4). Bei Personen mit einem entsprechendem Krebs-Hochrisiko-Profil ist die RFA auch bei Barrett Ösophagus ohne Dysplasie zu empfehlen (5). Die Behandlungen sollten in dafür spezialisierten Zentren durchgeführt werden (1).

Literatur

  1. Lenglinger J, Fischer See S, Beller L, et al. Review on novel concepts of columnar lined esophagus. Wien Klin Wochenschr 2013; 125: 577-90.
  2. Lenglinger J, Riegler M, Cosentini E, et al. Review on the annual cancer risk of Barrett's esophagus in persons with symptoms of gastroesophageal Reflux disease. Anticancer Res. 2012 Dec;32(12):5465-73.
  3. Phoa KN, van Vilsteren FGI, Weusten BLA, et al. Radiofrequency ablation vs endoscopic surveillance for patients with Barrett esophagus and low-grade dysplasia. A randomized clinical trials. JAMA 2014; 311(12): 1209-1217.
  4. Shaheen NJ, Sharma P, Overholt BF et al. Radiofrequency ablation in Barrett‘s esophagus with dysplasia. N Engl J Med 2009;; 360: 2277-88.
  5. Fleischer DE, Odze R, Overholt BF et al. The case for endoscopic treatment of non-dysplastic and low grade dysplastic Barrett‘s esophagus. Dig Dis Sci 2010; 55: 1918-31.

Zurück

Full Website