Refluxbeschwerden

Grundlagen

Im Ausgang der Speiseröhre befindet sich das Antirefluxventil .

Falsches Essverhalten (zu viel, zu oft, zu süß, zu scharf) schädigt das Antirefluxventil . Das Antirefluxventil wird undicht. Reflux von Mageninhalt in die Speiseröhre ist die Folge. Reflux entzündet die Speiseröhre. Gelangt der Reflux in Hals, Mund oder Zunge führt er dort ebenfalls zu Entzündung.
Das erklärt, warum Refluxbeschwerden in Speiseröhre in so vielen Bereichen wahrgenommen werden können (Magen, Hals, Lunge).

Ursache

Ursache für die Refluxbeschwerden ist die Entzündung. Reflux entzündet das Gewebe und reizt die Nerven. Beschwerden und Symptome  sind die Folge.

Beschwerden und Symptome

Je nachdem welches Gewebe der Reflux entzündet, werden

verschiedene Beschwerden wahrgenommen. In der Speiseröhre führt Reflux zu Magenschmerzen , Sodbrennen und saurem Aufstoßen. Im Hals macht Reflux
Hustenreiz ,
vermehrte Schleimproduktion im Rachen mit Hüsteln und Halsschmerzen (heisere Stimme). Im Mund macht der Reflux
Zungenbrennen ,
Zahnschmerzen und
Kieferschmerzen . Gelangt Reflux in die Lunge, hat man
Asthma und
Hustenreiz .

Behandlung und Therapie

In einem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt/In werden die Beschwerden und Symptome erfasst. Die Behandlung beginnt mit einem

Magensäureblocker . Abnahme der Beschwerden ist die Folge. 2 Wochen nach Beginn der Behandlung mit dem Magensäureblocker führen wir die
Endoskopie der Speiseröhre durch. Grund: Beurteilung der Entzündung, Ausschluss eines Krebsrisikos ( Barrett Ösophagus ). Danach empfehlen wir die
Druckmessung und
Refluxmessung der Speiseröhre. Die Druckmessung beurteilt die Schädigung vom Antirefluxventil . Die Refluxmessung erfasst den Reflux und ob der Reflux die Ursache für die Beschwerden ist. In der Befundbesprechung beraten wir Sie über Behandlung und Therapie (Ernährung, Operation).

Folgeerkrankung

Reflux kann zu Speiseröhrenkrebs führen . Zum Ausschluss vom Krebsrisiko ( Barrett Ösophagus ) empfehlen wir die Endoskopie . Bei Barrett Ösophagus führen wir die frühzeitige Radiofrequenzablation durch. Damit wird der Barrett Ösophagus vor der Krebsentstehung entfernt und das Krebsrisiko gebannt.
Reflux kann zu Stimmverlust und Asthma führen . Oft ist eine Behandlung mit Kortison notwendig. Es gilt, den Reflux als Ursache für die Beschwerden nachzuweisen ( Endoskopie , Druckmessung , Refluxmessung). Behandlung und Therapie richten sich nach den Ergebnissen der Untersuchungen.

Vorbeugen

Reflux ist Folge von falschem Essverhalten. Prinzipiell gilt:

essen Sie weniger süß, scharf und meiden Getränke mit Kohlensäure, Alkohol und Nikotin. Gerne beraten wir Sie darüber in einem persönlichen Gespräch.

Selbsttest

Testen Sie, ob die Refluxbeschwerden abnehmen, wenn Sie Süßes, Scharfes und Getränke mit Kohlensäure, Alkohol, Nikotin meiden. Sprechen Ihre Beschwerden auf diese Maßnahmen an, dann können Sie davon ausgehen, dass Sie Reflux haben. Eine entsprechende Abklärung und Diagnose erscheint angezeigt. Darüber informieren wir Sie gerne in einem persönlichen Gespräch.

Expertenrat

Prof. Dr. Martin Riegler (Chirurg, Wien):
Bei Reflux empfehlen wir

Endoskopie ,
Druckmessung und Refluxmessung. Die Ergebnisse der Untersuchungen helfen uns in der Therapie. Spricht der Reflux nicht ausreichend auf eine Umstellung der Ernährung und die Medikamente an, sollte man an eine andere Form der Therapie denken (Operation).

Literatur

  1. Becher A, Dent J. Systematic review: ageing and gastro-oesophageal Reflux disease symptoms, esophageal function and Reflux oesophagitis. Aliment Pharmacol Ther 2011; 33(4): 442-54.
  2. Kamolz T, Velanovich V. The impact of disease and treatment on health-replated quality of life in patients suffering from GERD. In: Gastroesophageal Reflux disease, principles of , diagnosis and treatment. Granderath, Kamolz, Pointner Editors. Springer Wien, New York 2006: 287-298.
  3. Lagergren J, Bergström R, Lindgren A et al. Symptomatic gastroesophageal Reflux as a risk factor for esophageal adenocarcinoma. N Eng J Med 1999; 340 (11): 825-31.
  4. Bonavina L, DeMeester T, Fockens P et al. Laparoscopic sphincter augmentation device eliminates Reflux symptoms and normalizes esophageal acid exposure. Ann Surg 2010; 252(5): 857-862.
Full Website